CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer hat den geplanten Besuch des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan in Köln kurz nach dem schweren Grubenunglück in der Türkei erneut scharf kritisiert. Es sei "makaber, jetzt ins Ausland zu reisen und sich huldigen zu lassen", sagte Scheuer der "Rheinischen Post".
Nach einer solch dramatischen Katastrophe wie dem Bergbauunglück von Soma würde er von einem verantwortungsvollen Regierungschef "erwarten, dass er sich zu Hause um die Opfer und Leidtragenden kümmert".
Erdogan spricht zu Anhängern in der Kölner Lanxess-Arena nach dem Grubenunglück in Soma!
Scheuer warnte davor, Deutschland zum "Schauplatz der innertürkischen Auseinandersetzungen" zu machen. Wenn Erdogan "schon nicht den Charakter" habe, die Veranstaltung in Köln abzusagen, sei er aufgefordert, "dort jedes einzelne Wort mit Bedacht zu wählen".
Erdogan, dem Ambitionen auf das türkische Präsidentenamt nachgesagt werden, will am Samstag in der Kölner Lanxess-Arena zu Tausenden in Deutschland lebenden Anhängern sprechen. Bei der türkischen Präsidentschaftswahl am 10. August können erstmals auch im Ausland lebende Türken ihre Stimme abgeben.
in Soma mit mehr als 301 Toten die Sicherheitskräfte gewaltsam gegen Demonstranten vorgegangen.
Die Protestierenden hatten Erdogans Regierung eine Mitverantwortung an dem Unglück vorgeworfen.
Gegen den Auftritt des türkischen Regierungschefs haben am Samstag mehrere Tausend Menschen in Köln demonstriert. Die Alevitische Gemeinde Kurzform "AABF" in Deutschland mit ihrem Aufruf übertraf die zu erwartende Anzahl der Demonstranten. An der Großkundgebung in Köln nahmen mehr als 30.000 Demonstranten aus Deutschland und Nachbarländer teil.
Erdogan Berater Yusuf Yerkel zeigt Wutausbruch anstatt Trauer und tritt den am Boden liegenden Trauernden!
Quelle: Reuters In der Türkei erhitzt sich die Stimmung immer mehr. Demonstranten sehen die Schuld am Grubenunglück bei Erdogan. Statt sich maßvoll zu verhalten, tritt sein Berater auf einen Demonstranten ein.